Less regulation, more reputation (Freiheit.org)

Portál Freiheit.org publikoval 4.8.2016 článok o zdieľanej ekonomike vychádzajúci z projektu prípadovej štúdie "Less Regulation, More reputation", ktorý viedol Robert Chovanculiak z Iness. Publikáciu v anglickom jazyku si je možné stiahnuť tu.

 

Less regulation, more reputation (Freiheit.org)

Ein Policy Paper aus Mitteleuropa fragt nach den rechtlichen Rahmenbedingungen.

Die Sharing Economy hat viele traditionelle Dienstleistungssektoren aufgemischt. Zu den Sektoren, die den Einfluss der Sharing Economy am meisten zu spüren bekommen, gehört derzeit das Taxigewerbe. Durch die (Wieder-)Verwendung „toten Kapitals“ – z.B. die Nutzung von nicht unmittelbar benötigten Autos, Carpooling und Ridesharing – konkurriert die Sharing Economy, repräsentiert durch Uber, Lyft oder Taxify, mit traditionellen Dienstleistern. Ein Policy Paper aus Mitteleuropa fragt nach den rechtlichen Rahmenbedingungen.

Das Taxigewerbe ist traditionell durch eine starke öffentliche Regulierung geprägt. Taxifahrer zu werden und als solcher tätig zu sein, ist wegen der vielen existierenden Regelungen finanziell und administrativ sehr aufwendig. Diese Regelungen waren aber bislang notwendig, um den asymmetrischen Zugang zu Informationen zwischen den Dienstleistern und ihren Kunden abzuschwächen. Die Kunden sollen durch die Vorschriften vor einem eventuell unangemessenen Verhalten des Anbieters geschützt werden. Im Falle des Taxigewerbes wären das z.B. überteuerte Tarife, unerfahrene Taxifahrer oder gar unsichere Autos.

Genau hier bietet die Sharing Economy jedoch neue Möglichkeiten für die traditionellen Anbieter und ihre Kunden. Sie zeigt, dass geltende öffentliche Vorschriften nicht die einzige Lösung für das Problem des asymmetrischen Informationszugangs sind: Eine andere Möglichkeit bildet die private Kontrolle in Form von Reputationssystemen, die die digitalen Plattformen der Sharing Economy zur Verfügung stellen. Wenn zum Beispiel die Beurteilung von einem Fahrer bei Lyft unter 4.6 von 5 Sternen fällt, wird sein Konto deaktiviert. Wenn ein Kunde einem Fahrer weniger als 3 Sterne gibt, wird dieser Fahrer dem Kunden in der App nie wieder angezeigt. Reputationssysteme signalisieren also Vertrauenswürdigkeit und Qualität, verringern Risiken und motivieren zum guten Verhalten, während sie das schlechte bestrafen. Die Situation der Sharing Economy in der Tschechischen Republik, der Slowakei, Litauen und Bulgarien beschreibt ein englischsprachiges Policy Paper des Netzwerkes 4Liberty.eu. Was den rechtlichen Rahmen angeht, so gibt es nach Ansicht der Autoren fünf Prinzipien, die bei der Erstellung neuer oder der Bearbeitung bestehender Regelungen beachtet werden müssen. Für den wachsenden Einfluss der Sharing Economy auf das Taxigewerbe bedeutet das Folgendes:

Neue Vorschriften sollten die Auswahlmöglichkeiten der Kunden und Dienstleister innerhalb der Sharing Economy nicht einschränken. Das heißt, die digitalen Plattformen wie Uber und Lyft sollten unterstützt, nicht verboten werden.

Neue Vorschriften sollten die Stärken der Sharing Economy unterstützen: Flexibilität, verringerte Transaktionskosten, Erhöhung der Beschäftigungsquote, Beschäftigung von marginalisierten Bevölkerungsgruppen, Identifizierung sinnloser, überbürokratischer oder nicht mehr zeitgemäßer öffentlicher Vorschriften.

Das Ziel sollte in der Reduzierung der Regulierung und der Liberalisierung der staatlichen Vorschriften bestehen.

Behörden sollten klare und einfache Regeln schaffen, die die Verantwortung für Sicherheitsbestimmungen festlegen und die gleichermaßen für alle Plattformen der Sharing Economy sowie auch für die traditionellen Dienstleister gelten würden. Das heißt, dass Unternehmen die Verantwortung für Schadensfälle der Verbraucher tragen sollen, aber die Gesetzgebung nicht versuchen sollte, die Art und Weise der Lösungen im Detail vorzuschreiben. Es sollte auch Raum für innovatives Vorgehen geben.

Die Europäische Union sollte eine Richtlinie mit Best-Practice-Beispielen für den Umgang mit der Sharing Economy ausarbeiten und zugleich dafür sorgen, dass die Staaten die europäischen Grundregeln nicht verletzen: den freien Wettbewerb sowie den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapital.
4Liberty

"Less Regulation, More Reputation"
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In einem Fazit fasst der Hauptautor des Policy Papers, Róbert Chovančuliak, die Studie zusammen: „Sharing Economy ist eine Chance für alle. Natürlich wird es Verlierer geben. Wie jede Innovation gefährdet die Sharing Economy traditionelle Vorgehensweisen. Wie können wir uns also sicher sein, dass es mehr Gewinner als Verlierer geben wird? Für einen positiven Effekt der Sharing Economy spricht, dass diese Veränderung durch eine Kette des freiwilligen Austausches stattfindet. Der Nettogewinn für die Gesellschaft kann am besten durch Freiwilligkeit getestet werden. Die Sharing Economy stellt zwar für einige eine Bedrohung dar, ist aber gleichermaßen eine Chance für alle."

 

Gabriela Gaudlová
Freiheit.org, 4.8.2016

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